ABGEMISCHT - Kuriositäten

Kurz vor Schluss - Aktuelle Meldungen und schöne Kuriositäten zu Sprache und Literatur, die wir noch für Sie gesammelt haben.


Amerikaner klebt 200.000-Dollar-Marke auf Brief

Dieser Briefwähler hatte offensichtlich etwas für Politik übrig. Mit einer unter Sammlern auf rund 200.000 Dollar (156.000 Euro) geschätzten Briefmarke frankierte ein US-Bürger aus Florida sein Kuvert für die Kongresswahlen.

"Inverted Jenny" heißt die Marke, die 1918 in Umlauf gebracht wurde, und auf der das Doppeldecker-Flugzeug Curtiss Jenny verkehrt herum gedruckt wurde. Von ihr gibt es nur rund 100 Stück.

Leider fand sich auf dem Umschlag kein Name, so dass der Versender unbekannt blieb. Die Ironie der Geschicht’: Ohne Namen auf dem Umschlag, zählte auch die abgegebene Stimme bei den Wahlen nicht.
Der Fehldruck der damals 24 Cent teuren Kostbarkeit entstand, weil zu damaliger Zeit die Briefmarke zwei Mal gedruckt werden musste, um die unterschiedlichen Farben von Rändern und Flugzeug hervorzuheben. Das besondere Kleinod war einem Wahlhelfer, der früher Briefmarkensammler war, bei der Auszählung aufgefallen.

Sinn und Sinnlichkeit: Körperkalligraphie

Kalligrafie: Die von den Chinesen vor 3500 Jahren begründete und in Japan und Korea weiterentwickelte Schönschreibkunst ist die älteste und bekannteste der bildenden Künste Ostasiens. Sie ist weit verbreitet. Ein nackter Frauenkörper als Leinwand für die Kunst der Zeichen ist allerdings weniger geläufig. "Es geht nicht um Sinn, sondern um die sinnliche Wahrnehmung" betont die Performance-Künstlerin Ling Luo (42).
"Körperkalligraphie Performance" hieß demnach ihr Programm, bei dem Luo zwei nackte Modelle am gesamten Körper mit Schriftzeichen verzierte. "Eine besondere Mischung aus Kunst und Kultur", so beschreibt die Japanerin, die seit 20 Jahren in Berlin lebt, ihre Arbeit. Entsprechend gestaltete sie den Abend als Gesamtkunstwerk. In einer typisch japanischen Duft- und Klangkulisse bemalte sie die Körper mit Weisheiten des chinesischen Philosophen Lao-Tse.

Mein Papa heißt Zappa

Ahmet Zappa, der Sohn des legendären Rockstars Frank Zappa, stellte in Berlin sein erstes Kinderbuch vor.
Seine Begeisterung für Monster hat der Junge von seinem Vater geerbt. Denn "Frank sammelte schlechte Horrorfilme, die ich nur ausgehalten habe, wenn er in der Nähe war", erzählt der 32-Jährige. Seinen dritten Vornamen Rodan verdankt Ahmed dem Protagonisten einem dieser Filme, dem Drachen in "Godzilla"! Wen wundert’s, dass sein erstes Kinderbuch "Die fabelhaften Monsterakten der furchtlosen Minerva McFearless" (Ravensburger, 14,95 Euro) heißt.
Minervas Urgroßvater Maximilianus McFearless ist Frank Zappa, Ahmed hat seinem Vater damit ein literarisches Denkmal gesetzt. "Frank war absolut furchtlos", erzählt er. "Und er hatte Fantasie.“ Daran zweifeln wir nicht. „Uns hat er immer vermittelt, dass man keine Drogen braucht, um kreativ zu sein.“ Das ist ungewöhnlich in Künstlerkreisen. „Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft mein Dad ein Bier in der Hand hatte. Und ich bin nicht einmal sicher, ob er es überhaupt ausgetrunken hat.“ Das ist erstaunlich!

dpa sei Dank, Quellen: dpa, http://www.bz-berlin.de