ABGEMISCHT - Etymologisches

ursprünglich - das sollten Sie wissen


Damokles-Schwert

Das Damokles-Schwert wird in einer alte Sage erwähnt. Damokles war ein Bediensteter am Hofe des Königs von Syrakus und so begeistert von seinem König, dass er ihn als den glücklichsten Menschen der Welt bezeichnete. Der König wollte daraufhin mit seinem Diener den Platz tauschen und ihm den Thron überlassen. Zuvor hängte er ein schweres Schwert über dem Thron auf, welches nur an einem Pferdehaar befestigt war. Niemand konnte vorhersagen, wann und ob das Pferdehaar reißen und das Schwert auf Damokles niederfallen würde.
Syrakus illustrierte damit seinem Diener Damokles, dass Gefahr überall lauern kann und dass Glück manchmal nicht lange anhält. Auch heute spricht man noch vom Damoklesschwert, das über den Köpfen der Menschen schwebt, um die Unsicherheit, ob und wie lange alles gut weiterläuft, zu betonen.

Bis in die Puppen wach bleiben/feiern

Auf einem Platz namens "Großer Stern", der sich im Berliner Tiergarten befindet, standen im 18. Jahrhundert Statuen, die von den Berlinern umgangssprachlich "Puppen" genannt wurden. Und weil ein Spaziergang im Tiergarten zu den Puppen viel Zeit in Anspruch nahm, gebraucht man bis heute diese Redewendung, um zu unterstreichen, dass etwas richtig lange dauert.

Die beleidigte Leberwurst spielen

Ob Trauer, Liebe oder Wut: Die Wissenschaftler des Mittelalters gingen davon aus, dass alle Gefühle des Menschen in der Leber produziert werden. Wenn sich jemand ärgerte, weil er gekränkt wurde, dann hatte er eine „beleidigte Leber“.
Warum aber "beleidigte Leberwurst"? Die Forschung sieht den Ursprung in einer alten Erzählung. In dieser geht es um eine Leberwurst, die im Wasser eines Metzgerkessels vor sich hin kocht. Da der Fleischer alle anderen Würste, wie zum Beispiel die Blutwurst, vor der Leberwurst herausnimmt - weil sie nicht so lange kochen müssen – und weil die Leberwurst allein im Kochtopf bleiben soll, ist sie beleidigt und platzt schließlich vor Neid.

Ich verstehe immer nur Bahnhof!

Ein Sprichwort aus der Zeit des 1. Weltkriegs. Die erschöpften, kampfesmüden Soldaten sehnten sich nach Familie und Heim. Und nach Hause ging es vom Bahnhof aus. Die Vorstellung vom Bahnhof setzten sie mit der Heimreise gleich. Wenn sie auf etwas angesprochen wurden, betonten sie durch ihre Äußerung, dass sie über nichts anderes reden wollten oder konnte als die Heimreise. Noch heute verwenden wir diese Redewendung, wenn wir nicht verstehen, worum es geht - oder, wenn wir ein Gespräch zurückweisen wollen.