Baumhaus Verlag

Im Herbst 1986 erschien das erste Programm des Baumhaus Verlags mit Lesezeichen-Motiven und Geschenkbüchern des damaligen Verlegers und Künstlers Dieter Hajek. Seitdem hat der Verlag sich auf die Entwicklung und das Verlegen von Bilder- und Kinderbüchern spezialisiert, von denen viele auch international und als TV-Serie oder Kinofilm erfolgreich sind. Dieter Hajek hat es damals geschafft, über 3,5 Millionen Lesezeichen und mehrere hunderttausend Kinderstempel und Geschenkbüchlein zu verkaufen, bis er den Verlag im Jahr 1996 dem heutigen Verleger, Bodo Horn-Rumold, verkaufte. Horn-Rumold, der schon damals auf reichhaltige Erfahrung in der Verlagsbranche (durch seine Tätigkeiten z. B. bei S. Fischer, Eichborn oder Nord-Süd) zurückblicken konnte, nahm nun ein neues Ziel in Angriff: Er wollte „Gutes für Kinder“ schaffen – weltweit und in allen dazu passenden Medienformen. Mit Autoren, Illustratoren und Musikern werden seitdem qualitativ hochwertige Kinderbücher, Tonträger und Non-Books entwickelt und weltweit angeboten. Viele dieser Themen (z.B. Lauras Stern von Klaus Baumgart und Lena und Paul von Anja Rieger) konnten innerhalb kürzester Zeit große Erfolge sowohl auf dem nationalen als auch auf dem internationalen Markt verzeichnen. Besonders erfreulich: Im Jahr 2001 wurde der Slogan "Baumhaus Verlag - Gutes für Kinder" beim Patentamt als Marke eingetragen.

Lauras Stern, der erste Baumhaus-Bestseller und noch heute einer der wichtigsten und umsatzstärksten Titel des Verlags, fing schon im Herbst 1996 an aufzugehen. Damals trafen sich der Autor und Illustrator der Laura-Bücher, Klaus Baumgart, und Verleger Bodo Horn-Rumold auf der Frankfurter Buchmesse, gerade als der Künstler das Manuskript von Lauras Stern einem anderen, großen Verlag anbieten wollte. Horn-Rumold war jedoch sofort von der einfühlsamen Geschichte und der warmen und freundlichen Atmosphäre der Bilder begeistert und überzeugte Klaus Baumgart das Buch bei Baumhaus zu veröffentlichen. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, in der inzwischen von weltweit rund 2 Millionen verkauften Büchern, zahlreichen Merchandising-Produkten, verschiedensten Auszeichnungen für den Autor und Illustrator Klaus Baumgart (u. a. die Nominierung für den British Childrens Book Award als erster deutscher Künstler) und einer 13-teiligen Fernsehserie im ZDF und Kinderkanal in den Jahren 2002 und 2003 berichtet werden kann. Der abendfüllende Kinofilm, der im Herbst 2004 im Verleih von Warner Bros. über 1,4 Millionen Zuschauer begeisterte, ist wohl der bisher größte Erfolg der Bilderbuchfigur Laura und ihrem Autor Klaus Baumgart.

Auch die zweite international erfolgreiche und inzwischen 9-bändige Bilderbuchreihe Lena und Paul der Künstlerin Anja Rieger hat es als 13-teilige Trickfilmserie bis ins Fernsehen geschafft und wurde seit ihrer Erstausstrahlung im September 2002 bereits mehrfach im „Sandmännchen“ des Rundfunks Berlin Brandenburg wiederholt. Eine weitere Ausstrahlung ist für Ende 2005 geplant.

Im Jahr 2000 erwarb der Verlag rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum der Peanuts umfangreiche Rechte zur Figurenwelt der bekannten kleinen Helden von Charles M. Schulz. Das große Jubiläumsbuch über die Peanuts wurde seitdem über 55.000 Mal als Hard- und Softcoverausgabe verkauft. Und auch nach dem Jubiläumsjahr hält der Erfolg der neu aufgelegten Bücher, Videos, DVDs und Merchandising-Artikel an, da die Peanuts und vor allem ihr Hund Snoopy - offenbar nach wie vor eine große Fangemeinde von Jung und Alt begeistern.

Aus dem Bilderbuchbereich erfreuen sich neben den Serien Lauras Stern und Lena und Paul auch die „Such- und Wimmelbücher“ des Bilderbuchkünstler Ralf Butschkow (Da stimmt doch was nicht! und Was stimmt denn da nicht?) größter Beliebtheit. Die Kinder mögen sie wegen der tausend Details und der Unsinnigkeiten, die es zu entdecken gilt. Mit einem eher comicartigen Stil treffen der französische Zeichner Francois Ruyer (Mathildas Hexensuppenzauber und Mathildas Hexenzaubertanz) und der Münchner Jan Birck, der die abenteuerliche und inzwischen preisgekrönte Geschichte vom Geheimagent Morris erzählt, ebenfalls den Geschmack des Bilderbuchpublikums.

Eine neue Leserschaft aus der Gruppe der 7- bis 12-Jährigen konnte durch das im Jahr 2000 neu gestartete Segment des „Erzählenden Kinderbuchs“ gewonnen werden. Während Nele Moosts kleine Zauberin Molli Mogel munter den Zauberstab schwingt, haben die Kinder Anabel und Lorenz mit den Tücken von Cornelia Neuderts Geheimnisvollem Drachenstein zu kämpfen und fliegen im zweiten Band zum Geheimnisvollen Drachentreffen. Thomas Endls Prinzessin der Nacht macht sich auf den Weg, um ihre fantastische Heimat Solterra zu retten, und Helmut Zieglers Peng, der Pinguin, wird mit seiner Fähigkeit, die Farben seines Gefieders je nach Laune zu ändern, zum Werbestar.

Der größte Erfolg über den sich Baumhaus in den letzten Jahren freuen konnte, ist jedoch mit inzwischen über 2 Millionen verkauften Exemplaren unumstritten die Buch- und Tonträgerserie um die lässig-freche Kickerbande Die Wilden Fußballkerle. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im März 2002 ist die Kinderbuchserie von Autor Joachim Masannek und Illustrator Jan Birck zu einem „nationalen Phänomen“ (Stern 40/2003) geworden, das selbst lesefaule Jungs zu echten Leseratten gemacht hat. Schriftsteller Masannek beschreibt in seinen Büchern die Erlebnisse und Abenteuer einer real existierenden Fußballmannschaft und verknüpft dabei gekonnt und einfühlsam den populären Sport mit Alltagsthemen der Kinder. Die Reihe umfasst bisher 12 Buchtitel und Tonträger sowie diverse Fanartikel. Dem ersten Teil der Kinoadaption des Stoffes (produziert durch die Samfilm GmbH und im Verleih der Buena Vista International), der im Herbst 2003 unter dem Titel Die Wilden Kerle in den deutschen und österreichischen Kinos lief und den fast 1 Million Zuschauer gesehen haben, ist im Februar 2005 ein zweiter Teil gefolgt, der schon nach vier Wochen Laufzeit über 1 Million Besucher in die Kinos gelockt hat. Für die Buchserie konnte der Verlag inzwischen in 14 Länder Lizenzen vergeben.

Der Baumhaus Verlag, der in den Jahren 2001 und 2002, bedingt durch die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage, schwierige Zeiten durchlebt hat, steht mit einem neuen Gesellschafterkreis und auf Basis der aktuellen Bucherfolge heute wieder auf festen Beinen und sieht positiv in die Zukunft. Derzeit arbeiten unter der Leitung der beiden Geschäftsführer Bodo Horn-Rumold und Michael Becker zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Büro-Loft im Frankfurter Stadtteil Bockenheim an neuen Ideen für die kommenden Verlagsprogramme. In diesem Jahr geht es dabei – neben den Wilden Fußballkerlen – um den Start der neuen Fantasyreihe Arthur, deren Autor der Französische Regisseur Luc Besson ist und um eine Pferdereihe der bisher nur aus der Erwachsenenliteratur bekannten Autorin Gaby Hauptmann.

Im Netz:
http://www.baumhaus-verlag.de/