Berlin Verlag

Der Berlin Verlag wurde 1994 gegründet. Innerhalb kürzester Zeit machte sich der junge Verlag einen Namen und ist heute aus der deutschen Verlagslandschaft nicht mehr wegzudenken. Jährlich erscheinen ca. 40 Titel. Das Profil wird bestimmt durch ein ausgewogenes Verhältnis ambitionierter literarischer Titel und einem Sachbuch-Programm, das sich vor allem gegenwartspolitischen Themen sowie Themen der Alltagskultur widmet. Einen Schwerpunkt des Verlages bildet die internationale Literatur. Unter den namhaften Autoren finden sich u.a. die Nobelpreisträgerinnen Nadine Gordimer und Elfriede Jelinek, Friedenspreisträger Péter Esterházy, Péter Nádas, Margaret Atwood und Richard Ford. Auch Tahar Ben Jelloun und die beiden russischen Autoren Viktor Jerofejew und Vladimir Sorokin zählen zu den Autoren des Hauses.

Zu den großen Entdeckungen des Berlin Verlags gehört zweifellos die israelische Autorin Zeruya Shalev. Ihr Debütroman Liebesleben stand monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten und ist in der Regie von Maria Schrader ab Frühjahr 2007 in den deutschen Kinos zu sehen. Dem Erstling folgten nicht minder erfolgreich die beiden Romane Mann und Frau und Späte Familie, die den Abschluss der Trilogie bilden.

Als spektakuläre Neuentdeckung der deutschen Literatur erwies sich Ingo Schulze mit seinem Erzählungsband 33 Augenblicke des Glücks (1995). Es folgte der Roman Simple Storys. Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz (1998), der zum Bestseller avancierte. Nach sieben Jahren dann erschien im Herbst 2005 der lang erwartete Wenderoman Neue Leben - den Feuilleton und Publikum gleichermaßen feierten.

Zu den weiteren deutschsprachigen Autoren des Verlags zählen u.a. Marcus Braun (Delhi, 1999; Nadiana, 2000 und Hochzeitsvorbereitungen, 2003), Elke Schmitter (Frau Sartoris, 2000, Leichte Verfehlungen, 2002 und Veras Tochter, 2006), Bachmannpreisträger Jan Peter Bremer (Feuersalamander 2000, Still Leben, 2006 und Paläste, 2006) und Irina Liebmann (Die freien Frauen, 2004). Mit Jan Wagner, Björn Kuhligk und Matthias Göritz hat zudem die Lyrik einen festen Platz im Programm.

Das Sachbuch wird durch bekannte Autoren wie den amerikanischen Soziologen Richard Sennett und Medienkritiker Neil Postman vertreten. Eine Reihe von Sachbuchtiteln erhielt die renommierte Auszeichnung „Wissenschaftsbuch des Jahres“: Darunter die Bücher Längengrad von Dava Sobel zur Erfindung des Chronometers (Die Planeten, 2005) und Caroline Alexanders Beschreibung der legendären Shackleton-Expedition in die Antarktis (Die Endurance, 2002; Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty, 2005). Die Bücher von Orlando Figes, Natashas Tanz. Eine Kulturgeschichte Russlands und Die Tragödie eines Volkes, gelten als Standardwerke zur russischen Geschichte und Kultur. Auch das Werk des großen Ideengeschichtlers Isaiah Berlin ist posthum im Berlin Verlag verlegt. Die erfolgreichen Belletristik- und Sachbuchtitel gehen in den Berliner Taschenbuch Verlag über, der im Frühjahr 2001 gegründet wurde. Außerdem wird das Taschenbuchprogramm durch Originalausgaben verstärkt.

Nach einer fünfjährigen Ehe mit dem Bertelsmann-Ableger Random House kaufte Arnulf Conradi im Frühjahr 2003 den Berlin Verlag und den Berliner Taschenbuch Verlag von Bertelsmann zurück und fand einen neuen Partner in dem Londoner Verlag Bloomsbury, einem der angesehensten britischen Verlage.

Im Zuge der Programmerweiterung wurde Bloomsbury Kinder-& Jugendbücher gegründet. Faustin Charles‘ Das sehr unfreundliche Krokodil und Celia Rees‘ Piraten gaben dem Auftritt des Kinder- und Jugendbuchs eine breite Resonanz. Seitdem wird diese Sparte durch Originalausgaben verstärkt und durch eigene ausländische Akquisitionen ergänzt. Dazu zählen u.a. 35 Kilo Hoffnung von Anna Gavalda, Der Blaubeersommer von Polly Horvarth, Der Himmel soll warten von Katja Henkel, sowie das erste Bilderbuch von Maxim Biller Adas größter Wunsch, ebenso Bestsellerautor Louis Sachar (Kleine Schritte) und Jugendliteraturpreisträger Zoran Drvenkar mit Die Rückkehr der Kurzhosengang. Seit Herbst 2006 wird das Kinder- und Jugendbuchprogramm durch eine eigenständige Sachbuchsparte ergänzt.

Unter dem Namen Bloomsbury Berlin erscheinen seit 2004 auf Unterhaltung ausgerichtete Bücher. Der Brite und Kuriositätensammler Ben Schott stand mit Schotts Sammelsurium monatelang auf den obersten Plätzen der Spiegelbestsellerliste, dicht gefolgt von Schotts Sammelsurium — Essen & Trinken und Spiel, Sport & Müßiggang. Susanna Clarkes hochgelobtes Zaubererepos Jonathan Strange & Mr. Norrell entführt die Leser in die Welt der Magie im England des 19. Jahrhunderts. Elisabeth Kostova begibt sich in Der Historiker auf eine Reise quer durch Europa auf den Spuren Draculas.

Mit dem Rückzug von Arnulf Conradi aus der Verlagsarbeit im Januar 2005 fand ein Wechsel an der Verlagsspitze statt: Elisabeth Ruge, die den Verlag mit gründete, übernimmt seitdem die verlegerische Geschäftsführung. Vorher arbeitete sie als Cheflektorin des Berlin Verlags und leitete das Bloomsbury Kinder- und Jugendbuchprogramm. Die kaufmännische Geschäftsführung liegt bei Kathy Rooney.

Im Netz:
http://www.berlinverlage.de/